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Theaterzentrum: »Das ist ein Meilenstein«

REUTLINGEN. Zufriedene Gesichter allenthalben, bei der Präsentation der Siegerarbeit im Architektenwettbewerb um den Theaterneubau auf dem Listhallen-Areal.
Auch Enrico Urbanek, der Intendant des Theaters »Die Tonne«, sein Verwaltungsleiter Matthias Schmied und der Vorsitzende des Theatervereins, Thomas Lambeck, zeigten sich nach Jahren des Wartens und Bangens höchst angetan vom Entwurf der »h.s.d. architekten« aus Lemgo, der von der 27-köpfigen Bewertungskommission am Montag zum eindeutigen Favoriten erklärt worden war – und zwar »einstimmig«, wie Oberbürgermeister Barbara Bosch beim abendlichen Pressetermin betonte.

»Das ist ein Meilenstein heute«, freute sich Intendant Urbanek – man sei dem Bau einer dauerhaften zweiten Spielstätte für die »Tonne« einen ganz wesentlichen Schritt weitergekommen. Und, mit Blick auf die prämierte Arbeit der Architekten Andre Habermann und Christian Decker, die sich hinter dem Kürzel »h.s.d.« verbergen: »Ich glaube, dass das etwas wird.«

Erweiterung möglich

Barbara Bosch hatte eingangs Details des sogenannten VOF-Verfahrens mit Mehrfachbeauftragung erläutert. Demnach wurde unter »mehreren Dutzend« Bewerbern nach definierten Kriterien eine Rangfolge ermittelt und die erstplatzierten fünf Büros eingeladen, Wettbewerbsarbeiten einzureichen. Erwartet habe man den Entwurf einer funktionstüchtigen Theaterspielstätte, die von einer kleinen Theatermannschaft wirtschaftlich betrieben werden könne und sich darüber hinaus durch architektonische Qualität auszeichne. Die Vernetzung des Jahnstraßen-Geländes mit den angrenzenden Stadtquartieren sei ebenso wie »die mögliche spätere Erweiterung« ein wichtiges Kriterium gewesen, so die Oberbürgermeisterin....

Eine zentrale Frage sei gewesen, so Riehle, wie die Wettbewerbsteilnehmer mit dem starken Gefälle am Standort umgingen. Das Spektrum der Lösungsansätze reichte »von einem bis vier Geschosse«. Mit den Tonne-Vertretern habe man sich schnell darauf verständigt, dass »wenige Ebenen und kurze Wege« vorzuziehen seien, und so habe sich dann auch die Lemgoer Arbeit schnell als Favorit herauskristallisiert.

Pfiffige Kombinationen

Die Anordnung der Funktionsräume erlaube »pfiffige Kombinationen«, so der Jury-Vorsitzende, und gewährleiste die hohe Flexibilität, die sich die Tonne-Leute wünschen. Hinzu komme eine »sehr unkonventionelle Außenhaut«, eine gefaltete Fassade aus Edelstahl, die Assoziationen an einen Vorhang wecke und dem Haus ein eigenes Gepräge gebe.
Nicht zuletzt setze sich der Entwurf durch seine Fassade, die Kompaktheit und die Asymmetrie von der benachbarten Stadthalle und deren »monumentaler Wucht« deutlich ab. ...

(02.10.2013,von Roland Hauser, Reutlinger Generalanzeiger)